Die Beschäftigung mit Schostakowitsch, insbesondere mit dem Violinkonzert Nr. 1 (daran angelehnt auch das erste Stück der CD: I-Nocturne), inspirierte Paul Peuker für seine große Besetzung, eine Verbindung aus Elementen der modernen Klassik zu heutiger improvisierter Musik herzustellen. (Er fand Ansätze dafür auch bei Tim Berne, allerdings kam ihm dort die „klassische“ Komponente der Kompositionen zu kurz.) Die Stücke für Peuker8 entsprechen in ihrer Gestik mehr der Romantik. Sicher gibt es bereits zahllose „Crossover Projekte“ in dieser Richtung, aber Peuker8 ist dennoch etwas neues: die Extreme werden weiter ausgereizt, es gibt wenige „Jazz“-Solos, wenige stilistisch deutbare Grooves, trotzdem viele sehr rhythmische und treibende Passagen, (fast) freie Gruppenimprovisationen und Klangkollagen, und dann wieder Musik nach Partitur in bester klassischer Tradition. Melodie und Kontrapunkt hier, Ausflüge an die Grenzen der musikalischen Anarchie dort, dazwischen alles was nicht konventionell ist. Und das ganze verpackt in einen Sound, der durch die Instrumentierung stets dunkel und geheimnisvoll klingt. Bereits nach dem ersten Auftritt war klar, das diese Mischung super funktioniert und beim Publikum sehr gut ankommt, was sich bei den folgenden Konzerte bestätigt hat. Nach mehreren Erfolgreichen Konzerten in Dresden und Umgebung (z.b. Offtracks Festival im Lingner Schloss zusammen mit Zeitgebilde (Videoinstallation), Jazzclub Tonne, Deutsche Werkstätten Hellerau) wuchs die Idee ein Album aufzunehmen, was dann im Januar 2013 realisiert wurde.