Living Abroad – die Reise beginnt! Die Frankfurter Band Orange Sofa tritt einen großen Schritt nach vorne und legt nach zwei Demos ihr Debüt-Album „Living Abroad“ vor. Waren die ersten beiden Veröffentlichungen noch Eigenproduktionen, wurde „Living Abroad“ nun unter professionellen Bedingungen in den „Fundindelve“ Studios bei Frankfurt eingespielt. 45 Minuten und 12 Songs umfasst der von Simon Rauland produzierte Erstling und beweist neben Spielfreude, Energie und Einfallsreichtum der Band auch das Gespür der beiden Songwriter Patrick Schmiedel und Patrick Whelan für große Melodien und „lyrics with a twist”. Einflüsse britischer Vorbilder wie den Beatles, den Smiths oder Oasis sind unüberhörbar, doch drückt die Band jedem Song ihren ganz eigenen, individuellen Stempel auf. Hier wird nicht, wie heute leider vielfach üblich, geklaut oder abgekupfert, hier spielen fünf Musiker ganz einfach mit ansteckender Leidenschaft und aufrichtiger Liebe zur Musik die Art von Songs, die sie selbst am liebsten hören würden, wenn sie nicht gerade zufällig von ihnen selbst stammten. Vom dreckig aus den Lautsprechern knallenden Opener „Little Lamb“ über den Ohrwurm „Where’s The Difference“, den New-Wave-Kracher „Somebody“ bis zur finalen Ballade „Passing You On, die behutsam beginnt und dann in einem sich immer weiter auftürmenden finale furioso gipfelt, hält die Band das hohe Niveau über die gesamte Spieldauer dieses höchst abwechslungsreichen und unterhaltsamen Longplayers. Dazwischen bleibt Zeit für experimentellere Sounds und Songstrukturen („Heartbreak“, Know Me Better“), kurze catchy Popsongs („Next Best Thing“) und kleine, wie zufällig daherkommende Akustik-Perlen wie „Everything Changes“ oder den lakonischen Abgesang „Out Of Reach“. Unterstützt werden die allesamt eingängigen, aber nie simplen Songs durch eine sparsame, auf das Wesentliche reduzierte Produktion und live eingespielte, jederzeit reproduzierbare Arrangements. Alles in allem ein rundum gelungenes Debüt der Frankfurter Band, das auch nach mehrmaligem Hören keinerlei Abnutzungserscheinungen zeigt und Lust auf mehr macht. Lob kam bereits von der „Visions“, die „Living Abroad“ als „frische Neuinterpretation klassischen Songwritertums“ bezeichnet hat und damit voll ins Schwarze trifft.