Wer glaubt, der neue heiße Scheiß käme immer aus den Metropolen, der irrt gewaltig. Den nachhaltigen Beweis dafür liefert die Ostholsteiner Formation FINDUS mit ihrem Debüt Sansibar. So navigieren die fünf intelligenten und gleichsam charmanten Musiker aus dem hohen Norden stilsicher zwischen den Polen Post-Punk und Indie-Rock, die treibenden, mit gelegentlichen Streicher- und Bläser Arrangements versehenen Melodien sitzen perfekt, und catchy Refrains laden zum (unpeinlichen) Mitsingen ein. In den klischeefreien deutschen und eindringlich fordernd vorgetragenen Texten geht es zumeist um Aufbruch, Jungsein und Fernweh - eines der zentralen Themen dieses Albums. Diese Träume könnten für die Jungs bald Wirklichkeit werden. Selbst die norddeutschen Kollegen von KETTCAR und SMOKE BLOW sind bereits von dem stürmisch eingespielten Werk begeistert. Würde ROCKO SCHAMONIs Film in der Gegenwart spielen statt in den 80ern, wären FINDUS auf dem Soundtrack zweifelsfrei mit dabei.