Die Welt von La Batterie aus Berlin ist die der Diskontinuitäten des Alltags, die der Zumutungen und Absurditäten, denen sich das urbane Individuum tagtäglich ausgesetzt sieht. Da gibt es Tage, an denen der Kaffee nicht heiß werden will, Personen und Gegenstände miteinander verschmelzen oder verschmelzen möchten und chair sich auf hair reimt. Melancholie ist also die Grundstimmung, die aber zum Glück nicht hübsch geschliffen und ästhetisiert daherkommt, sondern auf angenehme Weise von Trotz und Stoizismus durchdrungen ist. Musikalisch äußert sich das in eiunem Gesangsstil zwischen Murmeln und Rufen, zwischen nursery rhyme und spoken word, aus denen heraus plötzlich der Charme von Pop aufblitzt. Gitarrist und Sänger Pascal Aperdannier ist verliebt in die kleinen, gemeinen Dissonanzen, in die blechern scheppernden Rhythmen, Schlagzeugerin und Sängerin Anne Paschvoss steht in bester Tradition weiblichen schlagzeugspiels von Maureen Tucker bis Scout Niblett: Ohne unnötigen Druck und Vorführung von Technik, sondern ideenreich und songdienlich. Dazu die Groovebox mit synthetischen Sounds, die aber nicht kühl und künstlich, sondern warm und wie vom Schlagzeug und Gitarre an die Hand genommen wirken, trotz allem aber stets ihre Autonomie bewahren. La Batterie haben die Idee des Popsongs nicht aufgegeben, nähern sich ihr aber nicht über die traditionelle Songstruktur, sondern durch Zusammenfügen von Versatzstücken, eigentlich disparaten rhythmischen und Gesangspassagen. Und irgendwo im Hintergrund lauert der Noise, das musikalische Pendant des Trotzes. heraus kommt am Ende eine Art Spongebob-Version von Sonic Youth, die manchmal auch an die too pure-Bands der neunziger Jahre erinnert. Aber auch Echos von Can glaubt man in den Rhythmen und Gesängen öfters zu hören. Und wie die lyrischen Ichs der Songtexte Wege suchen, ihre Integrität zu bewahren, behaupten sich La Batterie, indem sie sich zwischen Popschönheit und fragilen, zerbröckelnden Fragmenten ihre eigene Welt einrichten. Mit he ate a lamp now he's a fan veröffentlichen La Batterie nun ihren zweiten Longplayer. Anne und Pascal, beide studierte Künstler, fingen vor zwei Jahren an zusammen Musik zu machen. Die ersten Songs wurden mit einem 4-Spur-Recorder im Schlafzimmer aufgenommen. Beide wussten schnell, was sie wollten. So spielten sie in kurzer Zeit später ihr erstes Album something sweet and my telephone ein, was vor allem wegen seinem erfrischenden Songwriting sehr schnell auf Begeisterung stieß. Nachdem das aktuelle Album fertiggestellt war, spielten La Batterie im Herbst mehrere Konzerte und Festivals in Europa unter anderem als Support für die Frankreichtour der englischen Band Pram.