CVQ zum Dritten! Mit Kekeli päsentiert das Cécile Verny Quartet ihr drittes Album auf Double Moon Records. Nach Got A Ticket und Métisse ist die Band wieder ein Stück weiter gereift - das kreieren eines eigenen Stils, die eigene Musik-Sprache, deren Entwicklung mit den Vorgänger-Alben begann, wird nun für's Erste abgeschlossen. Und das mit erstaunlichem Ergebnis: Kekeli dokumentiert die Virtuosität der gesamten Band - als Musiker und ebenso als Komponisten. Wunderschöne Stücke und geistreiche Texte, gesungen auf Französisch und Englisch, garantieren knapp 60 Minuten beste Unterhaltung auf höchstem Niveau. Die zehn Stücke, bis auf eines alles Eigenkompositionen, zeugen von der hohen künstlerischen Qualität des Quartetts, das all seine verschiedenen Einflüsse, Gefühle, Wurzeln und Geschmäcker einfliessen lässt. Beim Cécile Verny Quartet gibt es keinen Leader. Hier singt nicht eine Diva, die sich von einem Trio begleiten lässt, hier spielt eine Band, eine Einheit zusammen. Trotzdem gehört der Namensgeberin eine besondere Rolle zu. Cécile Verny, geboren in der Elfenbeinküste, zeigt ihr gesamtes Repertoire als Sängerin. Ob Scatting, freie Improvistation, Latin, Einflüsse der unterschiedlichen Sparten der Weltmusik, Blues, Soul oder Chanson - sie beherrscht alle Metiers. Für die Kompositionen und Arrangements zeichnen der lyrisch-swingende Pianist Andreas Erchinger und der zwischen ruhig balladesk und rhythmisch funk-groovende Bassist Bernd Heitzler verantwortlich. Und der vielseitige Drummer Torsten Krill, seit langem kein Unbekannter mehr in der deutschen Jazz-Szene, gibt sein rhythmisch-swingendes Statement zu den zehn Kompositionen. Der Titelsong Kekeli startet die unterhaltsame Stunde mit einem tänzelnden afro-brasilianischem Groove mit viel Sonne im Gemüt, passend zum Titel aus der westafrikanischen Sprache Ewe (übersetzt Licht). Neben der leichtfüssigen Komposition besticht das angenehm swingende Zusammenspiel der Band und ein Basssolo der Extraklasse. Mit eben so viel Rhythmik aber strengerem Charakter fordert Drums Call For The Dance mit einer erstklassigen Scatterin Cécile Verny zum Tanzen auf. On Another's Sorrow bietet die erste Ballade auf Kekeli und präsentiert den ersten Gast: Frank Kuruc erweist sich auf seiner akustischen Gitarre als regelrechtes Blues-Genie, wobei Bernd Heitzler im Intro seiner musikalischen Fantasie freien Lauf lassen kann. A Gainsbourg ist eine persönliche Hommage Cécile Vernys an den französischen Künstler Serge Gainsbourg, mit dem sie gerne zusammen gearbeitet hätte. Die nächste Ballade ist das gefühlvolle It Could Have Been A Lonely Night, einem Gedicht der nigerianischen Schriftstellerin Minji Karibo. Silent Invisibly bietet eine dramatisch aufbrausende Komposition von Andreas Erchinger mit einem Text des englischen Dichters William Blake aus dem letzten Jahrhundert, gesungen in Alt-Englisch mit einem bestens aufgelegten Ekkehard Roessle am Sopran-Sax. Die folgenden Stücke, das fantastisch latin-angehauchte Harvest, das spannende Move!!, das märchenhafte Arlequin und der krönende Abschluss The Nearness Of You, einem bezaubernden Duett von Gesang und Bass, runden das Vergnügen genüsslich ab. Nach zwei von der Kritik hervorragend aufgenommenen Alben zeigt das Cécile Verny Quartet mit ihrem neuen Album Kekeli wieder ihre Finesse in Komposition und Interpretation. Die Freude und Wärme, die die Band bei ihren zahlreichen Konzerten von ihren Zuhörern spürt, hat sie bestärkt, diesen eigenen Weg weiter zu gehen. Und das ist auf Kekeli überdeutlich zu hören!