Marty Cook, der große Posaunist, hat es sich nicht nehmen lassen, die Liner Notes für Andreas Kurz´ erste CD unter eigenem Namen zu schreiben. Er kommt zu dem Schluss, dass Andreas getan hat, „was große Musiker immer getan haben: er hat die Fülle der Traditionen absorbiert, transformiert und erweitert zu etwas Persönlichem, etwas Neuem.“ Das schlägt sich nicht nur nieder in seinem einfühlsamen, aber auch fordernden Spiel am Instrument, sondern auch – wie man jetzt hören kann – in seinen Kompositionen. Sie zeichnen sich aus durch die gelungene Spiegelung menschlicher Empfindungen in Melodien, die oft sehr eingängig sind, aber niemals banal klingen. Sondern durchdacht, von feiner Struktur und fast philosophischer Tiefe. In den Balladen entspinnt sich dadurch von Anfang an eine Art Erzählstrang, an dem entlang sich die ganze Band bewegt. Aber auch in den schnelleren Stücken ist die Reife des einstigen Newcomers und Shooting Stars der Münchner Jazzszene unüberhörbar: auch komplexe rhythmische Verschiebungen oder ungewöhnliche Metren klingen völlig unangestrengt. Dafür sind aber auch die drei Kollegen von Andreas Kurz verantwortlich: Alle vier kennen sich seit vielen Jahren und haben unzählige Male gemeinsam auf der Bühne gestanden – was zu einem blinden Verständnis führt. Nicht zu vergessen: jeder Akteur gehört für sich schon zur Elite des deutschen Jazz. Andreas Kurz ist seit fast 10 Jahren und auf mehreren Produktionen als Bassist Teil der „Double Moon Records-Familie“. Schon davor war er ein gefragter Musiker in Süddeutschland und spielte schon damals mit Jan Eschke, Bastian Jütte und Johannes Enders. In den letzten Jahren aber ist er weit über seine Heimat hinaus unterwegs, spielte mit Benny Golson, Joe Locke und Vincent Herring – und auf dem erfolgreichen letzten Album von Max Mutzke. Dazu kommt eine ganze Galerie von Preisen, z.B. als Bassist des Tim Allhoff Trios. Zeit also für ihn, als Leader und Komponist in die erste Reihe zu rücken und ein eigenes Album zu präsentieren. Saxophonist Johannes Enders ist fast so etwas wie der musikalische Ziehvater von Andreas Kurz – schon als 13jähriger war Kurz bei dessen Konzerten. Enders gehört zu den erfolgreichsten (z.B. Echo Jazz 2012, bester Saxophonist national) und bekanntesten deutschen Musikern, der mit seinen Formationen wie „Enders Room“ (Electrojazz, mit u.a. Wolfgang Haffner) oder „Triotope“ (mit Billy Hart) auch international für Aufmerksamkeit sorgt. Die stilistische Bandbreite dieses Ausnahmemusikers kommt auch den so abwechslungsreichen Kompositionen dieser Aufnahme sehr entgegen. Jan Eschke ist ein Weggefährte von Andreas Kurz seit über 15 Jahren. In mehreren Formationen haben die beiden seither zusammen gespielt. Darüber hinaus war und ist Eschke u.a. mit „Enders Room“ und Charlie Antolini unterwegs – Wandlungsfähigkeit ist also sicher eine seiner großen Stärken. Darüber hinaus leitet der virtuos-sinnliche Pianist mit „Dreizack“ sein eigenes Trio. Ebenfalls mit Preisen geadelt (u.a. Echo Jazz 2013, bester Schlagzeuger national) ist Bastian Jütte. Er ist bekannt dafür, sich nicht permanent lautstark in den Vordergrund zu drängen, sondern überzeugt durch sein großes Gespür fürs Subtile. Der perfekte Dummer für dieses Quartett – und einer der ganz großen Musiker Deutschlands. Vier der besten Musiker Deutschlands, die sich seit fast 20 Jahren kennen, vereint in einem Quartett der Extraklasse!